Bei der Einrichtung eines natürlichen Biotops gibt es viele Aspekte, die man beachten muss. Insbesondere bei grundlegenden Basics wie dem Bodengrund taucht immer wieder die Frage auf: Welcher Bodengrund ist für das Thema des Naturbeckens und für den eingesetzten Besatz am Besten?
Wie bereits im Beitrag "Bodengrund - nicht nur ein optisches Muss" eingehend erklärt, gibt es unter anderem die Alternative, Naturprodukte als Grundsubstanz einzusetzen. Vor allem beim praktizierten Aquascaping sollte man auf diese Produkte seitens der Natur nicht verzichten um die Natürlichkeit des jeweiligen Biotops noch mehr zu unterstreichen. In unserem Beispiel ist es das Granulat von Kokosnussschalen, welches alternativ zu dem meist kies- und sandförmigen Bodengrund eingesetzt wird.
Kokosnussschalen werden schon seit mehreren Jahren als Düngesubstrat in der Gartenindustrie und auch bei der Terrarien-Haltung eingesetzt. Somit sollte auch in der Aquaristik dieses optimale Produkt seine Anerkennung finden. Gerade weil wir hier von Naturbecken sprechen, sollte auf den Allrounder Kokosnuss nicht verzichtet werden.
Zur Erklärung sei gesagt, dass es verschiedene Ausführungen, sprich Korngrößen gibt. Auch ist der Unterschied zwischen Granulat und gepressten "Kokos-Ziegeln / -Briketts hervorzuheben.

Bild oben, zeigt die gepresste "Brikettform"
Das Material ist natürlich braun, da es wie der Namen schon besagt, aus Kokosnusshälften gewonnen wird. Auf Grund der Tatsache, dass die Schale der Kokosnuss eingelagerte Mineralien, Gerbstoffe und ebenso die bekannte raufaserige Oberfläche aufweist, ergeben sich verschiedene Möglichkeiten, dies im Becken einzusetzen. Dennoch ist beim Kauf darauf zu achten, dass ein Produkt ohne Zusätze erworben wird, damit keine anderen Fremdstoffe ins Becken gelangen können.
Im Fachhandel, meist für wenige Euro, erwirbt man in der Regel eine großzügige Menge, welche für ein 160-Liter-Becken ausreichend ist.
Bevor das Kokosnussgranulat im Habitat eingesetzt wird, muss das Material in Wasser eingelegt und durchgewaschen werden, dabei muss das Granulat aufquellen. Erfahrungsgemäß reicht ein dreimaliges Durchspülen bzw. Wässern völlig aus.
Bei der Schlussendlichen Anwendung sind wie so oft keine Grenzen gesetzt. Da es sehr saugfähig ist, reicht es später (nach ein paar Monaten) vollkommen aus, das Material mit Flüssigdünger wieder anzureichern, ohne das man etwas im Becken verändern muss (Beckenlayout).Dies ist durch "Impfung " mittels Spritze oder einer Pipette möglich.
Wichtig ist die Anwendung überhaupt. Durch das hohe Quellvermögen ist die Einrichtung natürlich etwas ungewohnt.
Hier die wichtigsten Stichpunkte bei der Einrichtung mit dem Kokosnuss-Granulat:
1. Hohes Quellvermögen und geringe Dichte machen es erforderlich, dass Material mit dem Kies abzudecken
2. Mit einem Kescher die Reste bei Befüllung von der Wasseroberfläche abschöpfen, ähnlich dem Abschöpfen von Wasserlinsen
3. Vollständige Abdeckung mit dem Sand- / Kies-Gemisch
4. Nach ein paar Tagen bzw. überhaupt nach Inbetriebnahme kein Aufsteigen der Körner durch die Wassersättigung
5. Im laufenden Betrieb, empfehlenswert halbjährlich eine "Impfung" zur Düngernachsättigung mittels Spritze / Pipette und Flüssigdünger
Nachfolgende Bilder zum Ersteinrichten

Bild oben, zeigt das "wassergesättigte" Material, welches mehrmals gewaschen und ausgedrückt wird

Bild oben, zeigt das Einbringen des Materials, dabei etwas Rand nach vorn lassen, für die Oberlage

Bild oben, zeigt die Abdeckung mittels dem gewählten Sediment
Wissenswerte Links:
Bericht "Bodengrund nicht nur ein optisches Muss" 
Autor: Falk
***Good Work, Good Scape***